Studien- und Drehtage an der „Gedenkstätte Deutscher Widerstand“ (Schülerbericht)

Wenn es um die Geschichte des Nationalsozialismus geht, stellt man sich oft die Frage „Warum hat keiner was dagegen gemacht?“ Entgegen dieser weit verbreiteten Frage gab es jedoch zum Glück mutige Personen, die damals Widerstand geleistet haben. Damit wir diese Personen nicht vergessen, gibt es Orte wie die „Gedenkstätte Deutscher Widerstand“ und Organisationen wie die „Stiftung 20. Juli 1944“ in Berlin

Einige Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 10 GYM, 11 GYM und 13 GYM haben unter der Begleitung von Frau Bürmann die Möglichkeit gehabt, an einem Projekt in der Gedenkstätte teilzunehmen. In diesem zweitägigen Projekt haben wir uns mit Fragen rund um das Thema Widerstand beschäftigt.

Nach unserer Ankunft in Berlin (nach einer siebzigminutigen Zugverspätung) hatten wir die Gelegenheit, die Schönheit von Berlin zu entdecken, als wir durch den Tiergarten gingen, um unser Ziel zu erreichen.

In der Gedenkstätte haben wir uns mit dem Widerstand gegen das NS-Regime beschäftigt. Ein thematischer Schwerpunkt war der militärische Umsturzversuch vom 20. Juli 1944. Der sogenannte Plan „Walküre“ war zwar nicht erfolgreich, aber er zeigt uns, dass es immer Personen geben kann, die sich mutig für Demokratie und Menschlichkeit einsetzen. Wir haben gelernt, dass man keine große Macht haben muss, um Widerstand zu leisten. Zum Beispiel die Gruppe „Swing Kids“ haben dies getan, indem sie amerikanische Musik gehört haben, was in der Zeit des NS-Regimes streng verboten war. Die Mitglieder von der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ waren nicht älter als wir, aber sie haben auch „Nein!“ gegen das gesagt, was sie als falsch empfanden.

An unserem zweiten Tag in Berlin haben wir die Gelegenheit gehabt, an einem Video für die Stiftung 20. Juli 1944 mitzuwirken. Zunächst haben wir Kinder von den Beteiligten der Widerstandsbewegung persönlich kennengelernt. Sie erzählten uns die Geschichten von ihren Eltern und anderen Beteiligten. Es war sehr interessant aber auch ziemlich berührend, Personen zuzuhören, die diese Zeit hautnah erlebt haben.

Danach wandte sich die Kamera an uns und wir waren dran. Alle in diesen zwei Tagen gesammelten Erfahrungen und Kenntnisse führten uns zu diesem Moment. Nachdem wir unsere Gedanken und Gefühle zum Thema Widerstand vor der Kamera geäußert haben, verabschiedeten wir uns von unseren netten Gastgebern und dem schönen Berlin.

Unser kleiner Ausflug hat uns zum Nachdenken gebracht. Wenn wir im Geschichtsunterricht den Nationalsozialismus als Thema haben, verinnerlichen wir es vielleicht nur als historisches Ereignis, welches schon Jahrzehnte her ist und es fällt uns daher schwer wahrzunehmen, dass echte Menschen, Frauen und Männer, Kinder darunter gelitten haben. Durch unsere Begegnung wurde uns klar, dass heute noch Personen in Deutschland leben, die selber durchlebt haben, was uns im Geschichtsunterricht gelehrt wird.

Niemand kann versichern, dass die Geschichte sich nicht wiederholt. Wir haben jedenfalls eine mächtige Kraft, die wir gegen das Unrecht in der Politik, in der Gesellschaft aber auch in der Schule einsetzen können: Widerstand.

E. u. S. Tufan