Chemie-Leistungskurs schnuppert Uni-Luft

Früh am morgen traf sich der Chemie-Leistungskurs (Klasse 13) der Leinetalschule vor dem Institut für Anorganische Chemie und schon ging es hoch in den alten, ehrwürdigen Hörsaal auf die alten Holzklappstühle, auf denen schon Herr Ketelhut als Student gesessen hatte. Auf dem Programm stand zunächst eine Vorlesung zur Allgemeinen Chemie für das erste Semester. Es ging um Bindungen und Wechselwirkungen und Molekülgeometrie und die Schüler merkten schnell, hier geht es fachlich deutlich weiter als im Unterricht in der Schule. Nach 90 Minuten zuhören rauchten die Köpfe, aber schon ging es weiter.

Im Nachbargebäude des Organischen Instituts erwartete uns ein Vorlesung für das dritte Semester zu organischen Reaktionsmechanismen. Eigentlich unser aktuelles Semesterthema, aber es ging um speziellere ringbildende Reaktionen und diese Vorlesung fand auf englisch statt. Immerhin erkannten die Schüler einige Begriffe aus dem Unterricht wieder und die klingen auf englisch nicht viel anders. Interessant war, dass der Professor überhaupt keine digitale Präsentation benutze, sondern ganz oldschool eine Tafel nach der anderen mit Kreide vollschrieb. Zuhören, verstehen und dabei das alles mitschreiben – für die Schüler schwer vorstellbar, aber früher war das ja ganz normal.

Genug mit Vorlesungen, nun wurden wir in zwei Gruppen geteilt und durch das Organische Institut geführt. Uns wurde sowohl ein typisches Studentenlabor als auch ein typisches Doktorandenlabor gezeigt, alles erläutert, was zu sehen war, und alle unsere Fragen beantwortet. Anschließend wurde uns die analytische Methode der Kernmagnetischen Resonanz (NMR) erklärt und vorgeführt. Beeindruckend, was diese Geräte mit ihren extrem starken Magnetfeldern so alles können und was sie kosten!

Nun war ein Pause mehr als verdient und es ging gegenüber in die Hauptmensa zum Essen, Entspannen und Quatschen über Studium und Studentenleben. 

Zurück im Anorganischen Institut wurde den Schülern nun etwas präsentiert, was sie aus dem Biounterricht nur theoretisch kannten: Das Elektronenmikroskop — ein Mikroskop, dass Vergrößerungen bis zu 1.000.000-fach ermöglicht! Nach kurzer Einführung in technische Details wurden uns nacheinander drei Objekte bei verschiedenen Vergrößerungen gezeigt: ein Haar, eine tote Fliege (sehr beeindruckend die Augen) und Gold-Nanopartikel. Schon was ganz anderes, als durch ein Lichtmikroskop mit 400-facher Vergrößerung zu schauen. 

Aber was wäre eine Chemieexkursion ohne Experimente! Es ging auf den Innenhof und eine Doktorandin führte uns Experimente mit flüssigem Stickstoff (- 196 °C) vor. Rosen hatten wir mitgebracht und Schüler durften diese im flüssigen Stickstoff gefrieren lassen, was bei der Temperatur ganz schnell geht. Immer wieder faszinierend zu sehen, wie die Rosen dann beim Zerschlagen zerspringen, als wären sie aus Glas. Ein wahrlich passender Abschluss für eine gelungene Chemie-Exkursion mit reichlich Uni-Chemie-Luft schnuppern. 

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